Archiv für die Kategorie 'Qualitätsthemen'

Mai 10 2010

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WHO bewertet Patienteninformationen vom IQWiG als “Relevant, objektiv und unabhängig”

Laut einer aktuellen Meldung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen bekamen die vom IQWiG erstellten Gesundheitsinformationen beste Noten.

(Aus Zeitgründen zitiere ich nur kurz aus den genannten Veröffentlichungen und verweise auf die Originalquellen.)

Meldung des IQWiG:

Köln, 6. Mai 2010. „Relevant, objektiv und unabhängig”, so bewertet die WHO die vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Gesundheitsinformationen. „Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte“, sagte Kees de Joncheere, der Regionalbeauftragte für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa. „Diese Informationen sind auch eine Quelle für andere Länder auf der ganzen Welt – die Übersetzung in weitere Sprachen wäre ein echter Gewinn.” Die WHO verlinkt daher jetzt auf die IQWiG-Informationen.
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Hintergrundinformationen des IQWiG:

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Die WHO bewertete auch die Methoden, auf die das Ressort Gesundheitsinformation zurückgreift, um seine evidenzbasierten Informationen zu erstellen.
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Artikel in “Pharmazeutische Zeitung online”:

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Ein Gutachten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet die Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) positiv. «Unsere Überprüfung zeigt, dass es bei der Erstellung die beste verfügbare medizinische Evidenz nutzt», sagte Kees de Joncheere, einer der Gutachter und Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa, heute bei einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei entstünden «überzeugende, kompetente und neutrale» Gesundheitsinformationen.
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Artikel in “Deutsches Ärzteblatt Online”:

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Köln – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Qualität der vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Patienteninformationen als „relevant, objektiv und unabhängig“ ausgezeichnet.

„Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte”, sagte Kees de Joncheere, WHO-Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel.
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Herzlichen Glückwunsch auf die andere Rheinseite :-)

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Feb 26 2010

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Interview mit Noch-IQWiG Chef Peter Sawicki

Die Frankfurter Rundschau hat ein längeres Interview mit Peter Sawicki geführt, was m.E. ganz interessant ist.

Gefunden hatte ich das über kuhrtgesagt.de, wo folgendes sehr prägnante Zitat übernommen worden war:

Natürlich beeinflusst die Pharmaindustrie die Politiker. Viele Abgeordnete erzählen mir: “Jeden Tag ist jemand von der Industrie bei mir, der sich über Sie beschwert.” Ich habe mich auch mal mit der Gesundheitsgruppe der CDU im Bundestag getroffen, um über Methoden der Kosten-Nutzenbewertung von Arzneimitteln zu sprechen. Wohl damit die Abgeordneten nicht zu einseitig von mir beeinflusst werden, haben sie dann Frau Yzer und ihre Mitarbeiter vom Verband der forschenden Arzneimittelhersteller dazugebeten. Das war ein sehr unangenehmes Gespräch.

Allen, denen es um die Rechte der Patienten und um deren bestmögliche Behandlung geht muss ein unabhängiges IQWiG eine Herzensangelegenheit sein. Sehr spannend ist nun also die Frage der Neubesetzung des Stuhles von Peter Sawicki. Seine Einschätzung dazu macht aber Hoffnung ;-)

Was raten Sie Ihrem Nachfolger?

Das Wesentliche ist Unabhängigkeit. Sobald man sich mit jemandem gemein macht und aufgrund dieses Einflusses die Empfehlungen verändert, ist das Institut am Ende.

Sehen Sie diese Gefahr nicht?

Natürlich. Aber alle Mitarbeiter des Instituts werden die Unabhängigkeit auch ohne mich verteidigen.

Das ganze Interview bei der Frankfurter Rundschau findet sich hier.

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Jan 08 2010

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Widerstand gegen die drohende Ablösung von IQWiG Leiter Peter Sawicki, offener Brief an Philipp Rösler

Die rot-grüne Bundesregierung hatte ein Institut (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, siehe Wikipedia), geschaffen, das unabhängig von der Pharmaindustrie und der Regierung unter anderem Nutzenbewertungen für Medikamente durchführt. Das Institut wird mit hochqualifizierten Kräften aus dem In- und Ausland versorgt, stärkt die Evidenzbasierte Medizin (siehe Wikipedia) in Deutschland, macht wissenschaftlich hervorragende Arbeit, wird international sehr geschätzt, schafft Klarheit über wirksame und nicht wirksame Medikamente, spart so den Krankenkassen Geld und bringt Ärzten und Patienten Sicherheit im Behandlungsverlauf.

Mit dem Erscheinen des aktuellen Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP ist allerdings schon zu erkennen, dass der Wind dem IQWiG künftig frostiger ins Gesicht schlagen wird:

Kosten-Nutzen-Bewertungen müssen praktikabel nach klaren, eindeutigen Kriterien erfolgen. Die Arbeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) werden wir auch unter dem Gesichtspunkt stringenter, transparenter Verfahren überprüfen und damit die Akzeptanz von Entscheidungen für Patienten und Patienten, Leistungserbringer und Hersteller verbessern. Dabei werden wir die Betroffenen frühzeitig beteiligen.

Konkret wird aktuell laut über die Ablösung des streitbaren Institutsleiters debattiert und zwischen den Zeilen übermittelt, dass ein pharmafreundlicher Kandidat als Nachfolger gewünscht sei.

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Jan 06 2010

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Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung geben Ratgeber “Arzt- und Klinikbewertungsportale – Qualitätsanforderungen für Arztbewertungsportale” heraus

Unter arztbewertungsportale.de hat das ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin) eine Checkliste für die Qualität von Arztbewertungsportalen veröffentlicht. Hinter dem ÄZQ stehen die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die auch als Herausgeber der Checkliste auftreten.

Grundsätzlich scheint es ja stark unterschiedliche Wahrnehmungen in der deutschen Ärzteschaft zu geben: Die einen erkennen Transparenz und Patient Empowerment im allgemeinen (und das Internet mit den Arzt Bewertungsportalen) als Chance, die anderen als Bedrohung und haben Angst vor einem “digitalen Pranger”. Letzteres mag nachvollziehbar sein, entspricht aber nicht der Realität.

Von uns (Internetagentur dimensional aus Köln) durchgeführte Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nur äußerst selten zu Ausreißern kommt, bei denen Ärzten schlechte Arbeit vorgeworfen wird. Ob dies jeweils der Realität entspricht, ist natürlich nicht nachprüfbar. Gleichwohl: Die meisten erhaltenen Bewertungen zeichnen ein überaus positives Bild. Dies kann ein Zeichen von guter Arbeit sein oder von einem internetaffinen Freundeskreis oder Team.

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Mai 28 2009

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G-BA (gemeinsamer Bundesausschuß) Entschluß für AQUA bestätigt, BQS verliert Ausschreibung

Der G-BA (auch GBA) hat durch die letzte Stufe der Gesundheitsreform (GKV-WSG) auf Basis von § 137a SGB V (Umsetzung der Qualitätssicherung und Darstellung der Qualität) den Auftrag erhalten, ein Verfahren zur Messung und Darstellung der Versorgungsqualität für die Durchführung der einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln.

Es geht dabei u.a. um die ambulante wie stationäre Leistungserbringung, ambulante Operationen, ambulante Behandlungen im Krankenhaus und um die Disease Management Programme (DMP). Das Verfahren ist dabei sektorenübergreifend zu entwickeln.

Vom gemeinsamen Bundesausschuß wurde hierfür eine europaweite Ausschreibung gestartet, bei der das AQUA Institut den Zuschlag erhalten hat.

Während der Einspruchsfrist hatte dann der Mitbewerber BQS (Bundesgeschäftstelle Qualitätssicherung) vor der Vergabekammer des Bundeskartellamtes Bonn Einspruch eingelegt und einen Antrag auf Aufhebung der Vergabeentscheidung zur Qualitätssicherung der Versorgung im Gesundheitswesen nach § 137a SGB V (Qualitätsinstitut) gestellt.

Am 19 Mai hat die Vergabekammer diesen Einspruch nebst dem hiermit verbindenen Antrag aber negativ beantwortet und somit die Entscheidung des G-BA bestätigt.

Wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Dienstag in Siegburg mitteilte, beabsichtigt er so bald als möglich den Vertrag mit der „AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH“ zu unterzeichnen.

(Quelle: G-BA / Link zur Originalmeldung)

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Apr 27 2009

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Konfessionelle Krankenhausverbände ermitteln bundesweit die Patientenzufriedenheit

Wie die Bertelsmann Stiftung heute berichtet, haben sich der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) gemeinsam für die Unterstützung des PEQ (Patients’ Experience Questionnaire) Instruments zur Ermittlung der Patientenzufriedenheit in Krankenhäusern entschieden. Nähere Informationen zu PEQ sind auf der Weissen Liste zu finden.

Den rund 700 Mitgliedskrankenhäusern werden auf Basis eines Rahmenvertrages mit dem Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) Sonderkonditionen angeboten. Die durch die Erhebung gewonnenen Daten werden dann in der Krankenhaussuche der Weissen Liste dargestellt.

Die folgenden Zitate sind aus der Originalmeldung der Bertelsmann Stiftung übernommen:

“Wir möchten zeigen, dass sich die kirchlichen Krankenhäuser durch ein besonderes Qualitätsbewusstsein und eine große Nähe zum Patienten auszeichnen”, sagt Pastor Norbert Groß, Verbandsdirektor des DEKV. “Die Kliniken signalisieren durch ihre Teilnahme, dass sie sich der Bewertung ihrer Patienten stellen und transparent mit ihren Leistungen umgehen.” Die Häuser erhielten zudem wichtige Daten für ihr Qualitätsmanagement. Die Befragung sei das erste große Kooperationsprojekt, das die kirchlichen Verbände gemeinsam anstoßen, so Groß.

“Durch die Befragung mit dem standardisierten PEQ-Verfahren und die Darstellung in der Weissen Liste können Patienten tatsächlich vergleichen, welche Erfahrungen andere Patienten in Kliniken gemacht haben”, sagt Thomas Vortkamp, Geschäftsführer des KKVD. “Wir wissen, dass die Zufriedenheit anderer Patienten das entscheidende Kriterium bei der Krankenhauswahl sein kann. Darauf möchten wir reagieren und zeigen, dass die kirchlichen Häuser in Sachen Transparenz eine Vorreiterrolle einnehmen.” Die “Weisse Liste” sei für die Abbildung der Ergebnisse besonders geeignet, da sie sich auf eine nutzerfreundliche und verständliche Aufbereitung von Qualitätsdaten konzentriere und zudem unabhängig von den Interessen von Leistungsanbietern und Kostenträgern agiere.

Sehr erfreulich, dass sich die kirchlichen Verbände so für Transparenz stark machen: Die Krankenhäuser erhalten valides Feedback und können dies in ihr Qualitätsmanagement einfliessen lassen. Während dessen erhalten die Patienten eine echte Entscheidungshilfe. Nicht zuletzt nimmt eine transparente Darstellung der Leistungen und Ergebnisse in Klinikportalen eine zunehmend zentrale Rolle im Krankenhausmarketing ein.

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Apr 16 2009

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Kurzmitteilung: Auswahl eines Pflegeheimes, Woran erkenne ich ein gutes Pflegeheim?

Der WDR hat einen nützlichen TV-Beitrag gesendet, der sich mit der Auswahl eines Pflegeheimes beschäftigt und weiterhin online abrufbar ist.

Neben konkreten Tipps für die Suchenden wird auch auf die mit der Pflegereform 2008 erfolgten Änderungen hingewiesen:

Mit Beginn der Pflegereform im Juli 2008 dürfen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) unangemeldet Kontrollen in Pflegeeinrichtungen durchführen. Sie gehen dann zusammen mit dem Personal die Akten durch und befragen 10 Prozent der Heiminsassen zu ihren Eindrücken. Dies erfolgt anhand eines vorgegebenen Fragenkatalogs.

Wenngleich eine flächendeckende Untersuchung durch den MDK und deren nutzergerechte Veröffentlichung noch in der Zukunft liegt, so ist sie doch der entscheidende Schritt für Transparenz und somit eine fundierte Auswahl des individuell passenden Pflegeheimes.

Hier klicken, um den Beitrag beim WDR (wdr.de) aufzurufen.

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Mrz 26 2009

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Kurzmeldung: Qualitätssicherung für Schweizer Krankenhäuser wird zentralisiert

In der Schweiz wird die zentrale Qualitätssicherung für die Krankenhäuser gestärkt:

Die nationale Gesellschaft für Qualitätssicherung KIQ und der Interkantonale Verein für Qualitätssicherung und -förderung IVQ legen im März 2009 ihre Organisationen zusammen. (…) Damit liegt die Qualitätssicherung der Schweizer Spitäler und Kliniken neu in einer Hand.

Somit werden Qualitätsmessungen in der gesamten Schweiz vergleichbar und so erst wirklich nutzbringend. Der neue Verein formuliert so auch seinen Anspruch:

Das Ziel: die Qualität einheitlich ausweisen und landesweit Klarheit und Vergleichbarkeit schaffen für Spitäler und Kliniken.

Interessant ist dabei auch die landesweit vorgegebene Erhebung der Patientenzufriedenheit mit dem PEQ Instrument als Bestandteil der Qualitätsmessung:

Im Jahr 2009 gibt der Interkantonale Verein für Qualitätssicherung und -förderung IVQ den Akutspitälern und Kantonen zwei gesamtschweizerische Qualitätsmessungen vor: Die Messung der Patientenzufriedenheit mit dem Fragebogen PEQ 09 und die Infektionsraten nach bestimmten operativen Eingriffen gemäss SwissNOSO. Der neu gegründete Nationale Verein für Qualitätsentwicklung führt diese Messungen weiter. Erste Resultate sind im Jahr
2010 zu erwarten.

Hier klicken, um die Pressemitteilung im Volltext anzuzeigen.

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