Archiv für die Kategorie 'Gesundheitswesen'

Mai 03 2011

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Weisse Liste Arztsuche / AOK Arztnavigator / Barmer GEK Arztsuche ist online

Die Bertelsmann Stiftung (Projekt “Weisse Liste“), die AOK und die Barmer GEK haben heute ihre Arztsuch- und Bewertungsplattform im Internet veröffentlicht.

Nach einer intensiven Konzeptions-, Planungs- und Umsetzungsphase war das Projekt zuletzt einige Monate im Pilotbetrieb gelaufen. In dieser Phase konnten AOK Versicherte in ausgewählten Regionen Rückmeldungen zur Zufriedenheit mit ihrem Arzt geben. Durch den Verzicht auf Freitextfelder und weitere Maßnahmen (siehe unten) soll Schmähkritik vermieden werden.

Durch den Zusammenschluß dreier starker Partner darf man annehmen, dass das Portal zur Arztbewertung und Arztsuche eine führende Rolle einnehmen wird: Die Bertelsmann Stiftung mit den wichtigsten Patientenorganisationen erweitern ihre Dachmarke “Weisse Liste” um ein weiteres Themenfeld und bringen u.a. die Erfahrung des Marktführers im Bereich der Krankenhausportale mit. Durch die AOK und die Barmer GEK haben insgesamt ca. 32,2 Mio. Versicherte die Möglichkeit, ihre Bewertungen abzugeben (entsprechend 45,9% der Versicherten).

Dies ist meines Erachtens nicht nur im Sinne der Nutzer, sondern auch im ureigensten Interesse der Ärzte: Umso mehr Bewertungen vorliegen, umso valider ist die Aussage des Ergebnisses. Während bei kommerziellen Arztportalen bzw. Arztvergleichen oftmals bereits ab einer Bewertung Ergebnisse angezeigt werden, so müssen bei der Arztsuche der Weissen Liste z.B. mind. 10 Einträge je Arzt vorliegen, um die Anzeige der Bewertungen zu aktivieren. Durch eine Kopplung des Zugangs zur Bewertung an die Krankenkassenmitgliedschaft werden Doppelbewertungen verhindert. Bei anderen Bewertungsplattformen ist es i.d. Regel möglich, sich einfach mehrere Accounts anzulegen und so Manipulationen vorzunehmen – zum Wohle oder zum Übel der Ärzte. Dies wird sogar von spezialisierten sogenannten “Agenturen” als Dienstleistung angeboten.

Sehr aufwendige Maßnahmen und Prozesse zum Schutze der persönlichen Daten und Datenschutzrechte für Bewertende (Versicherte), Nutzer der Plattform und natürlich für Ärzte stellen ein weiteres Abgrenzungskriterium für die “Weisse Liste Arzt” dar.

Hier einige Screenshots des neuen Portals:

Weisse Liste Version

erreichbar unter http://arzt.weisse-liste.de/



AOK Version

erreichbar unter http://weisse-liste.arzt.aok-arztnavi.de/



Barmer GEK Version

erreichbar unter http://weisse-liste.arzt.barmer-gek.de/



Die Original-Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung ist hier abrufbar, die Pressemeldung des AOK Bundesverbandes ist hier zu finden.

Disclaimer: Ich bin bei der Internetagentur dimensional GmbH beschäftigt, die für Konzeption, Design und technische Umsetzung verantwortlich zeichnet.

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Jan 10 2011

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MRSA und andere Risiken in Krankenhäusern

Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Risiken beim Besuch eines Krankenhauses im Fokus des Medieninteresses stehen.

Der Stern, i.d. Regel vor allem für bildgewaltige Reportagen bekannt, greift das Thema immer mal wieder auf, so auch heute auf Stern Online:

Die EU ist alarmiert wegen des Zustands in vielen Kliniken in der Europäischen Union: Nach Angaben von Gesundheitskommissar John Dalli “entsteht bei jeder zehnten medizinischen Behandlung im Krankenhaus ein Schaden für die Patienten.” Viele dieser medizinischen Fehler seien vermeidbar. Dabei gehe es sowohl um Ärzteversagen als auch um mangelhafte Sauberkeit.

Die Hygienesituation in den Krankenhäusern nannte Dalli “alarmierend”. Jedes Jahr würden in der EU rund 37.000 Menschen an Krankenhausinfektionen sterben, sagte der EU-Kommissar. 4,1 Millionen Patienten würden durch Krankenhauskeime infiziert. Es dürfe in diesem Bereich nicht gespart werden, forderte er. Zudem seien strengere Kontrollen notwendig.

Aber nicht nur Infektionen sind das Thema des Artikels – Medizin ist Handwerk und bei handwerklicher Arbeit passieren nunmal Fehler:

Auch viele der medizinischen Behandlungsfehler könnten verhindert werden, erklärte Dalli der Zeitung zufolge. Ein besseres Management in den Krankenhäusern und eine permanente Weiterbildung des Personals könnten Abhilfe schaffen.

Nicht zuletzt werden Patientenrechte thematisiert:

Dalli forderte die EU-Mitgliedsländer auf, die Rechte von Patienten bei Behandlungsfehlern zu verbessern. So sollten Fehler besser erfasst werden. Außerdem müssten Klagen erleichtert und Entschädigungen sichergestellt werden.

Unter dem Absatz “Hygiene-Schlamperei auch in deutschen Kliniken” wird dem unbedarften Patienten, bei dem ein Krankenhausaufenthalt ansteht, sicher ganz anders:

In Deutschland haben vor allem die Infektionen mit MRSA in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Kürzel MRSA steht für Bakterienstämme der Staphylococcus aureus, die gegen das Antibiotikum Methicillin resistent sind. Sie lassen sich auch mit anderen Wirkstoffen kaum noch bekämpfen. Konkrete Statistiken fehlen allerdings, weil nach dem Infektionsschutzgesetz nur das “gehäufte Auftreten” dem Gesundheitsamt zu melden ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Berlin schätzte vergangenes Jahr, dass sich jährlich bis zu einer Million Patienten wegen Hygiene-Schlamperei in den Kliniken mit Keimen infizieren. An den Folgen wie Blutvergiftung, Harnwegsinfektionen, Wundbrand oder Lungenentzündung sterben 40.000 bis 50.000 Menschen.

(zum Artikel)

Man möge mich nicht falsch verstehen: Ich habe ein hohes Maß an Respekt und Dankbarkeit für alle, die im Gesundheitswesen gute Arbeit leisten – was in Krankenhäusern und Praxen pausenlos landauf und -ab geschieht.

Ich finde es aber wirklich verstörend, dass die in Deutschland offensichtlich bestehenden Mißstände niemanden zu interessieren scheinen. Eine eher abstrakte Bedrohung durch dioxinverseuchte Eier führt zu einer mittleren Panik, aber ein grundlegendes Problem im Gesundheitswesen bzw. in den Krankenhäusern findet in der Berichterstattung fast gar nicht statt…

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Dez 23 2010

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Video: AOK Gesundheitsmagazin zur Arztsuche der Weissen Liste (AOK Arztnavigator)

Da wir an dem Projekt beteiligt sind, wollen wir Neutralität wahren – und binden das Video ohne weitere Kommentare hier ein:

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Quelle: AOK.de

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Mai 10 2010

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WHO bewertet Patienteninformationen vom IQWiG als “Relevant, objektiv und unabhängig”

Laut einer aktuellen Meldung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen bekamen die vom IQWiG erstellten Gesundheitsinformationen beste Noten.

(Aus Zeitgründen zitiere ich nur kurz aus den genannten Veröffentlichungen und verweise auf die Originalquellen.)

Meldung des IQWiG:

Köln, 6. Mai 2010. „Relevant, objektiv und unabhängig”, so bewertet die WHO die vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Gesundheitsinformationen. „Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte“, sagte Kees de Joncheere, der Regionalbeauftragte für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa. „Diese Informationen sind auch eine Quelle für andere Länder auf der ganzen Welt – die Übersetzung in weitere Sprachen wäre ein echter Gewinn.” Die WHO verlinkt daher jetzt auf die IQWiG-Informationen.
(…)

Originalmeldung anzeigen


Hintergrundinformationen des IQWiG:

(…)
Die WHO bewertete auch die Methoden, auf die das Ressort Gesundheitsinformation zurückgreift, um seine evidenzbasierten Informationen zu erstellen.
(…)

Originalmeldung anzeigen


Artikel in “Pharmazeutische Zeitung online”:

(…)
Ein Gutachten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet die Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) positiv. «Unsere Überprüfung zeigt, dass es bei der Erstellung die beste verfügbare medizinische Evidenz nutzt», sagte Kees de Joncheere, einer der Gutachter und Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa, heute bei einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei entstünden «überzeugende, kompetente und neutrale» Gesundheitsinformationen.
(…)

Originalmeldung anzeigen


Artikel in “Deutsches Ärzteblatt Online”:

(…)
Köln – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Qualität der vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Patienteninformationen als „relevant, objektiv und unabhängig“ ausgezeichnet.

„Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte”, sagte Kees de Joncheere, WHO-Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel.
(…)

Originalmeldung anzeigen


Herzlichen Glückwunsch auf die andere Rheinseite :-)

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Feb 26 2010

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Interview mit Noch-IQWiG Chef Peter Sawicki

Die Frankfurter Rundschau hat ein längeres Interview mit Peter Sawicki geführt, was m.E. ganz interessant ist.

Gefunden hatte ich das über kuhrtgesagt.de, wo folgendes sehr prägnante Zitat übernommen worden war:

Natürlich beeinflusst die Pharmaindustrie die Politiker. Viele Abgeordnete erzählen mir: “Jeden Tag ist jemand von der Industrie bei mir, der sich über Sie beschwert.” Ich habe mich auch mal mit der Gesundheitsgruppe der CDU im Bundestag getroffen, um über Methoden der Kosten-Nutzenbewertung von Arzneimitteln zu sprechen. Wohl damit die Abgeordneten nicht zu einseitig von mir beeinflusst werden, haben sie dann Frau Yzer und ihre Mitarbeiter vom Verband der forschenden Arzneimittelhersteller dazugebeten. Das war ein sehr unangenehmes Gespräch.

Allen, denen es um die Rechte der Patienten und um deren bestmögliche Behandlung geht muss ein unabhängiges IQWiG eine Herzensangelegenheit sein. Sehr spannend ist nun also die Frage der Neubesetzung des Stuhles von Peter Sawicki. Seine Einschätzung dazu macht aber Hoffnung ;-)

Was raten Sie Ihrem Nachfolger?

Das Wesentliche ist Unabhängigkeit. Sobald man sich mit jemandem gemein macht und aufgrund dieses Einflusses die Empfehlungen verändert, ist das Institut am Ende.

Sehen Sie diese Gefahr nicht?

Natürlich. Aber alle Mitarbeiter des Instituts werden die Unabhängigkeit auch ohne mich verteidigen.

Das ganze Interview bei der Frankfurter Rundschau findet sich hier.

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Jan 08 2010

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Widerstand gegen die drohende Ablösung von IQWiG Leiter Peter Sawicki, offener Brief an Philipp Rösler

Die rot-grüne Bundesregierung hatte ein Institut (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, siehe Wikipedia), geschaffen, das unabhängig von der Pharmaindustrie und der Regierung unter anderem Nutzenbewertungen für Medikamente durchführt. Das Institut wird mit hochqualifizierten Kräften aus dem In- und Ausland versorgt, stärkt die Evidenzbasierte Medizin (siehe Wikipedia) in Deutschland, macht wissenschaftlich hervorragende Arbeit, wird international sehr geschätzt, schafft Klarheit über wirksame und nicht wirksame Medikamente, spart so den Krankenkassen Geld und bringt Ärzten und Patienten Sicherheit im Behandlungsverlauf.

Mit dem Erscheinen des aktuellen Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP ist allerdings schon zu erkennen, dass der Wind dem IQWiG künftig frostiger ins Gesicht schlagen wird:

Kosten-Nutzen-Bewertungen müssen praktikabel nach klaren, eindeutigen Kriterien erfolgen. Die Arbeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) werden wir auch unter dem Gesichtspunkt stringenter, transparenter Verfahren überprüfen und damit die Akzeptanz von Entscheidungen für Patienten und Patienten, Leistungserbringer und Hersteller verbessern. Dabei werden wir die Betroffenen frühzeitig beteiligen.

Konkret wird aktuell laut über die Ablösung des streitbaren Institutsleiters debattiert und zwischen den Zeilen übermittelt, dass ein pharmafreundlicher Kandidat als Nachfolger gewünscht sei.

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Jan 06 2010

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Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung geben Ratgeber “Arzt- und Klinikbewertungsportale – Qualitätsanforderungen für Arztbewertungsportale” heraus

Unter arztbewertungsportale.de hat das ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin) eine Checkliste für die Qualität von Arztbewertungsportalen veröffentlicht. Hinter dem ÄZQ stehen die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die auch als Herausgeber der Checkliste auftreten.

Grundsätzlich scheint es ja stark unterschiedliche Wahrnehmungen in der deutschen Ärzteschaft zu geben: Die einen erkennen Transparenz und Patient Empowerment im allgemeinen (und das Internet mit den Arzt Bewertungsportalen) als Chance, die anderen als Bedrohung und haben Angst vor einem “digitalen Pranger”. Letzteres mag nachvollziehbar sein, entspricht aber nicht der Realität.

Von uns (Internetagentur dimensional aus Köln) durchgeführte Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nur äußerst selten zu Ausreißern kommt, bei denen Ärzten schlechte Arbeit vorgeworfen wird. Ob dies jeweils der Realität entspricht, ist natürlich nicht nachprüfbar. Gleichwohl: Die meisten erhaltenen Bewertungen zeichnen ein überaus positives Bild. Dies kann ein Zeichen von guter Arbeit sein oder von einem internetaffinen Freundeskreis oder Team.

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Sep 29 2009

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Relaunch: Weisse Liste veröffentlicht die 2008er Qualitätsberichte

Da wir* am Projekt mitwirken durften, will ich keine Lobeshymnen auf die “neue Weisse Liste” anstimmen. Stattdessen hier die Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung im originalen Wortlaut:


www.weisse-liste.de: Neueste Daten zur Qualität der deutschen Krankenhäuser

Krankenkassen setzen auf das Portal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen

Gütersloh/Berlin, 29. September 2009. Die Weisse Liste, das unabhängige und nicht-kommerzielle Internetportal, veröffentlicht ab heute die neuesten Informationen zum Leistungsangebot und zur Qualität der rund 2.000 Krankenhäuser in Deutschland. Das Portal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen greift dafür auf die gerade erschienenen Qualitätsberichte der Kliniken für das Jahr 2008 zurück. Um Patienten und Angehörige bei der Suche nach dem für sie passenden Krankenhaus zu unterstützen, werden die Berichte in der Weissen Liste leicht verständlich und nutzerfreundlich aufbereitet. Zudem bietet das Portal ab heute verschiedene neue Funktionen und Services, darunter eine individuell erstellbare PDF-Broschüre, die passgenau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist und alle wichtigen Informationen seiner Krankenhaussuche bündelt.

Übergeordnetes Ziel der Weissen Liste ist es, das Gesundheitssystem transparenter und verständlicher zu machen. Die Krankenhaussuche ist der erste Schritt, Informationen über weitere Gesundheitsanbieter sollen folgen. Das Portal ist seit Juni vergangenen Jahres unter www.weisse-liste.de online zugänglich und konnte seitdem schon 4,5 Millionen Besuche verzeichnen. Zudem haben alle gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, die Krankenhaussuche in ihren Internetauftritt einzubinden. Neben der BARMER, der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) und der KKH-Allianz veröffentlichen ab heute auch die AOK und die DRÄGER & HANSE BKK die Weisse Liste in ihrem Internetangebot. Die Kassen informieren insgesamt rund 34 Millionen Versicherte mithilfe des Portals.

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Jun 12 2009

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Videokonferenz statt Arztbesuch? Web 2.0 meets Medicine…

Der Ruf nach technischen Lösungen zur Reduktion von Kosten ist häufig zu hören – und je nach Einzelfall macht das manchmal Sinn und manchmal nicht. Da bei dimensional und papaya Gesundheitswebsites und Gesundheitskommunikation zentrale Themen darstellen, wird hier natürlich oftmals erörtert, wo man mit welcher Technologie Kosteneinsparungen realisieren kann.

Häufig und schon seit Jahren diskutiert wurde dabei das Thema Videokonferenzen bzw., um es etwas mehr in Buzzwords zu fassen: e-Health mit Web 2.0. Der Ansatz ist technisch überschaubar, wenngleich in der deutschen Versorgungslandschaft sicher nicht allzu schnell zu implementieren:

Geld einsparen durch bessere Vernetzung der Akteure: Mit heutzutage mannigfaltig verfügbarer Communitytechnologie Orte schaffen, an denen sich die an einem konkreten Behandlungsfall beteiligten Personen miteinander abstimmen können. So können durch mangelnde Kommunikation entstehende Fehler oder doppelte Untersuchungen reduziert werden.

Geld einsparen durch Reduktion von Arztbesuchen: Mit gleichfalls problemlos verfügbarer Technik (Videokonferenz / Videochat, Chat etc.) könnten viele Arzt- und Krankenhausbesuche virtuell abgebildet werden. Weniger Aufenthalt in Wartezimmern und dort reduzierte Rate von Ansteckungen zwischen Patienten sind nur die ersten Punkte. Ergänzt man dieses Modell um die Integration weiterer Beteiligter (s.o., z.B. Physiotherapeut), so können interdisziplinäre Abstimmungen möglich werden, die bisher i.d. Regel allenfalls bei schwersten Fällen erfolgen. Nicht zuletzt würden die Ärzte und Krankenhäuser durch die geringere Besucherzahl organisatorisch entlastet.

Problematisch in beiden Fällen sind neben den Problemen einer flächendeckenden Einführung auch die Abrechnungsfragen zu beantworten: Eine Videokonferenz mit dem Patienten oder die Abstimmung mit den Kollegen aus den anderen Disziplinen kann und darf nicht ohne Abrechnungsmöglichkeit erfolgen, will man dem Ansatz überhaupt eine Chance einräumen.

Äußerst spannend ist hierzu ein aktuelles Projekt von den Asklepios Klinken und T-Systems, über das die Ärztezeitung gestern schrieb. Wenngleich hier als Vorteile vor allem die Einholung einer Zweitmeinung und die Zeitersparnis für den Patienten in den Vordergrund gestellt werden, so hat das Projekt für uns einen durchaus zukunftsweisenden Wert.

Sicher ist: Technik kann Zeit & Kosten sparen, wenn sie richtig eingesetzt wird. Bekommt man die Einstiegsbarrieren gelöst, so kann die digitale Begleitung der Behandlung gerade in ländlichen Regionen einen grossen Nutzen haben.

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Mai 29 2009

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Roland Berger veröffentlicht Studie zum e-Health Markt

Roland Berger hat eine sehr interessante Studie zum e-Health Markt veröffentlicht. Aus Zeitgründen verzichte ich ausnahmsweise auf eine Neuformulierung und übernehme im Folgenden die Pressemitteilung des Beratungsunternehmens:

München, 28. Mai 2009

  • Gesundheitsmarkt trägt laut OECD etwa zehn Prozent zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei – in Deutschland steigt dieser Anteil bis 2020 auf rund 16 Prozent
  • Demografische Entwicklung bei gleichbleibenden Budgets zwingt zu mehr Effizienz
  • Markt für elektronische Gesundheitsdienstleistungen (e-Health-Produkte) bietet großes Potenzial für Telekommunikationsanbieter
  • Beispiele: Elektronische Netzwerke für Mediziner, Informationsangebote für Kunden, IT-Plattformen für Diagnose, Dokumentation und Abrechnung

Der Gesundheitsmarkt ist laut OECD mit einer Leistung von durchschnittlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ein zentraler Bestandteil der europäischen Volkswirtschaften – und wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung wächst der Bedarf weiter. Da gleichzeitig die Budgets stagnieren, ist die Branche zu mehr Effizienz gezwungen. Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) kann dabei helfen. Nach einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants birgt der Markt für elektronische Gesundheitsdienstleistungen (e-Health) gewaltiges Zukunftspotenzial für die Telekommunikationsbranche. Viele Unternehmen zögern allerdings noch mit Angeboten, weil der Markt komplex und heterogen ist und Unterschiede beim Entwicklungsstand und in der Finanzierung innerhalb Europas eine zügige Marktdurchdringung behindern. Eine klare Strategie, differenzierte Angebote für potenzielle Kunden und Finanziers, neue Mehrwertleistungen und ein rascher Markteintritt durch Kooperationen können helfen, diesen Markt zu erobern.

“Sowohl die Gesundheitssysteme als auch die Telekommunikationsmärkte in Europa stehen vor rasanten Veränderungen”, sagt Alexander Mogg, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom bei Roland Berger Strategy Consultants. “Um weiter erfolgreich wachsen zu können, halten die Telekommunikationsanbieter derzeit intensiv Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern.” Der Gesundheitssektor ist ein solches Wachstumsfeld: Er ist laut OECD mit einer Leistung von durchschnittlich zehn Prozent des BIP ein zentraler Bestandteil der europäischen Volkswirtschaften. “Wenn man auch die Selbstzahler mit einbezieht, sind es in Deutschland sogar über zwölf Prozent. Durch das steigende Gesundheitsinteresse, den technischen Fortschritt und die Alterung wird dieser Anteil bis 2020 nach unseren Berechnungen auf rund 16 Prozent steigen”, sagt Dr. Joachim Kartte, Leiter des Kompetenzzentrums Pharma & Healthcare bei Roland Berger. “Die Branche wird vermehrt Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) einsetzen müssen, um bei gleich bleibenden Budgets immer mehr alte Menschen versorgen zu können.” e-Health umfasst den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitssektor: Ziele sind dabei eine bessere Interaktion zwischen Patienten und Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen, eine rasche und vor allem sichere Übertragung von Daten sowie die effiziente Verarbeitung und Speicherung großer Datenmengen.

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