Mrz 22 2009
Google Health ermöglicht “Sharing von Gesundheitsdaten”
Der im Frühjar 2008 mit eher wenig Medienecho gestartete Dienst „Google Health“ wurde aktuell um ein sehr interessantes Feature ergänzt: Es ist nun möglich, die hinterlegten persönlichen Daten zur Krankengeschichte z.B. für Ärzte oder Angehörige freizugeben.
Aus Datenschutzüberlegungen ist meines Erachtens auch nicht insbesondere die Freigabe der Daten, sondern vielmehr die Speicherung der Daten auf den Servern des Datensammlers Google sehr kritisch zu sehen. Entscheidet man sich dafür, so gewinnt man in der Tat eine sehr nützliche Funktion, wie auch Sameer Samat (Director Product Management bei Google) zu argumentieren weiß:
We’re listening to feedback from users every day about their needs, and one issue we hear regularly is that people want help coordinating their care and the care of loved ones. They want the ability to share their medical records and personal health information with trusted family members, friends, and doctors in their care network. I can relate to this.
Just a few years ago, my father suffered a minor heart attack and was sent to the ER. I arrived on the scene in a panic, and was asked what medications he was taking. To my surprise, I had no clue. If my father had a Google Health account, and had shared his profile with me, I would have been up-to-date on his current medications.
Für den Nutzer ist das ganze sehr einfach:
- der Zugang zu den Daten wird per Mail durch eine Einladung eingeräumt
- eine Übersicht zeigt an, wer Zugriffsrechte besitzt
- natürlich ist es jederzeit möglich, die eingeräumten Rechte wieder zu entziehen
- der Zugang ist an die Mailadresse des Empfängers gebunden, sodass der Link nicht einfach durch Dritte genutzt werden kann
- die eingeladenen Nutzer können die freigegebenen Daten nur sehen, jedoch nicht editieren
- eine Statistik zeigt an, welcher Nutzer auf welche Daten zugegriffen hat
Zusätzlich können die hinterlegten Daten über die neue Druckfunktion in verschiedenen Formaten (z.B. für das eigene Portemonnaie oder als A4-PDF für den Arztbesuch) ausgegeben werden.
Ausserdem gibt es eine neue Funktion zur grafischen Darstellung von medizinischen Informationen (Blutdruck, Cholesterinspiegel etc.).
Prinzipiell ein sinnvoller Dienst – wenn man dem Anbieter seine digitale Krankenakte anvertrauen möchte. Wenngleich Google m.E. weit davon entfernt ist, intensivsten Datenmissbrauch zu betreiben – Google ist ein erst einmal ein Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht und unterliegt nicht zuletzt der amerikanischen Gesetzgebung bzw. hat den Anordnungen dortiger Ermittlungsbehörden Folge zu leisten. Jeder muss selbst entscheiden, ob er die wohl intimsten Daten dort in Verwahrung geben sollte. Wobei zu erwarten ist, dass das viele Nutzer ganz anders sehen würden als ich, schließlich vertrauen wohl auch die Millionen User von Google Mail, GMX & Co. darauf, dass ihre Daten schon ausreichend sicher sein werden und dass man dem Mailprovider blind vertrauen kann.
In Deutschland gäbe es z.B. mit dem Krankenkassen (denen ohnehin detaillierte Informationen über die Krankengeschichte vorliegen), dem IQWiG oder den Verbraucherzentralen schon Kandidaten, die m.E. vertrauenswürdig genug wären für ein solches Portal.
Bei Google würde ich diese Informationen allerdings eher nicht speichern wollen.
via: TechCrunch.com und Official Google Blog
Keine Kommentare