Mai 12 2010

Ab sofort auf www.weisse-liste.de: Unabhängige Gesundheitsinformationen des IQWiG

Da ich aufgrund meines Hintergrundes (Mitarbeiter der Internetagentur dimensional aus Köln, die das Projekt umsetzen durfte) hierzu ohnehin kaum 100% objektiv berichten könnte, übernehme ich die Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung im folgenden 1:1:



Internetportal veröffentlicht geprüfte Informationen zu Erkrankungen und Behandlungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Gütersloh / Köln, 12. Mai 2010. Patienten und Verbraucher können sich ab sofort unter www.weisse-liste.de über den neuesten Stand des medizinischen Wissens informieren. Das Internetportal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen veröffentlicht dazu die unabhängigen und geprüften Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Weisse Liste ermöglicht seit Juni 2008 eine leicht verständliche und nutzerfreundliche Suche nach dem passenden Krankenhaus. Durch die Kooperation mit dem IQWiG finden Internetnut-zer in dem Portal von nun an außerdem zu mehr als 500 Themen allgemeinverständliche Informationen über Erkrankungen, Behandlungen und Untersuchungen.

Die Artikel basieren auf dem aktuellen Forschungsstand und informieren darüber, was wissenschaftlich belegt ist – und was auf unsicheren Füßen steht. So geht es in aktuellen Informationstexten etwa um die Wirksamkeit von Massagen bei Kreuzschmerzen, um Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen oder darum, ob Vitamin C tatsächlich gesund hält. Zudem finden Nutzer im Portal Erfahrungsberichte anderer Patienten. Die Gesundheitsinformationen, die laufend aktualisiert und erweitert werden, sind in der Weissen Liste auf verschiedenen Wegen zugänglich. Für die Suche ist kein Fachwissen nötig. So können die Nutzer sowohl über die Eingabe eines Begriffs als auch über eine Körpernavigation suchen, bei der die Bereiche des menschlichen Körpers mit den entsprechenden Artikeln verlinkt sind.

Die intelligente Freitextsuche ermöglicht es, dass die richtigen Artikel sowohl mit fach- als auch mit alltagssprachlichen Begriffen gefunden werden. Außerdem werden die jeweils passenden Artikel angezeigt, wenn der Nutzer nach einem Krankenhaus für seinen Behandlungswunsch sucht. So wird etwa bei allen Operationen das Merkblatt zu „Schmerzen bei Operationen“ wie auch ein Erfahrungsbericht zur Angst in Bezug auf die Behandlung angezeigt. Die Einbindung der Informationen in die Weisse Liste erfolgt über eine Technik, die den Austausch mit allen Artikeln des Portals gesundheitsinformation.de des IQWiG ermöglicht.

Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE (BAG SELBSTHILFE), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, Sozialverband VdK Deutschland und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Initiatoren wollen mit der Weissen Liste eine individuelle Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige zur Verfügung stellen und für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen. Das Portal konnte seit Veröffentlichung im Jahr 2008 schon mehr als 6 Millionen Besuche verzeichnen.

Das IQWiG wurde im Zuge der Gesundheitsreform des Jahres 2003 gegründet. Das Institut ist eine fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtung der privaten und gemeinnützigen Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Sie verfolgt das Ziel, evidenzbasierte Entscheidungen in Gesundheitsfragen zu unterstützen. Mit der Veröffentlichung von gesundheitsinformation.de erfüllt das IQWiG einen Teil seines gesetzlichen Auftrags zur Aufklärung der Öffentlichkeit in gesundheitlichen Fragen.

Weitere Informationen finden sich unter: www.weisse-liste.de.

Prof. Dr. med. Peter Sawicki, Institutsleiter, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG):

Patientinnen und Patienten sind zunehmend gefordert, wichtige, oftmals folgenreiche Entscheidungen – für sich und ihre Familie – in punkto Gesundheit zu treffen. Dabei wissen viele nicht, wo sie neutrale Informationen finden können. Patientinnen und Patienten – ebenso wie Ärztinnen und Ärzte – brauchen einen leichten Zugang zu unabhängigen, auf wissenschaftlichen Beweisen beruhenden Gesundheitsinformationen. Wir freuen uns, dass unsere Informationen durch die Kooperation mit der Weissen Liste nun noch mehr Menschen erreichen. Und das gerade dann, wenn sie vor einer Entscheidung stehen.

Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e. V. (vzbv):

Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, benötigen Verbraucher aussagekräftige und vertrauenswürdige Informationen – besonders wenn es um ihre Gesundheit geht. Bisher gibt es nur sehr wenige unabhängige und verlässliche Angebote, mit deren Hilfe sich Patienten über den aktuellen Stand des medizinischen Wissens informieren können. Hier schafft die Weisse Liste in Kooperation mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit einen echten Mehrwert für die Verbraucher.

Prof. Dr. Raimund Geene, Mitglied im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbst¬hilfegruppen e. V.:

Besonders die Erfahrungen anderer Menschen können Patienten helfen, sich im Gesundheitswesen zu orientieren. Das ist ein Gedanke der Selbsthilfe, der auch hinter den Erfahrungsberichten steht, die die Weisse Liste nun mit Hilfe des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit anbietet. So erhalten die Nutzer verlässliche Informationen direkt von denjenigen, um die es bei Vorsorge, Behandlung und Rehabilitation geht: den Patienten selbst.

Hannelore Loskill, stellvertretende Bundesvorsitzende, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE e. V. (BAG SELBSTHILFE):

Menschen suchen nicht nur ein Krankenhaus oder einen Arzt für eine Behandlung, sie interessieren sich auch für den aktuellen Wissensstand zu Erkrankungen – oder eben zu Vorsorgemöglichkeiten. Deswegen ist es sinnvoll, die Informationen intelligent zu kombinieren und aus einer Hand anzubieten. So kann der Nutzer der Weissen Liste künftig nicht nur passende Ärzte bzw. Krankenhäuser finden, sondern auch verlässliche, verständliche und neutrale Gesundheitsinformationen.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland e. V.:

Es gibt heute eine Vielzahl von Gesundheitsinformationen im Internet. Es herrscht eine wahre Informationsflut, die von Vielen nicht mehr überblickt werden kann. Nicht immer können die Interessen eingeschätzt werden, die hinter einem Angebot stehen. Deswegen ist es so wichtig, dass Informationen von unabhängigen und vertrauenswürdigen Anbietern vermittelt werden.

Dr. Brigitte Mohn, Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung:

Aus den Rückmeldungen unserer Nutzer und aus Befragungen wissen wir, dass sich immer mehr Patienten aussagekräftige Informationen wünschen: zur Qualität der Gesundheitsanbieter und zu Erkrankungen und Behandlungen. Wir freuen uns, dass wir nun die geprüften und hochwertigen Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit in die Weisse Liste einbinden und damit den Nutzern einen zusätzlichen Service bieten können. So können wir unserem Ziel näher kommen, die Weisse Liste zu einer Erkennungsmarke für Transparenz im Gesundheitswesen auszubauen.

Dr. Eberhard Jüttner, Verbandsvorsitzender, Der PARITÄTISCHE Gesamtverband e. V.:

Mit der Weissen Liste wurde ein Internetportal geschaffen, das für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgt. Durch die Veröffentlichung von Gesundheitsinformationen im Internet wird Wissen für Patienten nutzbar, das früher nur medizinischen Fachberufen zur Verfügung stand. Wichtig ist, dass die Informationen verständlich aufbereitet werden. Und diesen Anspruch haben beide Kooperationspartner: die Weisse Liste und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit.



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Mai 10 2010

WHO bewertet Patienteninformationen vom IQWiG als “Relevant, objektiv und unabhängig”

Laut einer aktuellen Meldung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen bekamen die vom IQWiG erstellten Gesundheitsinformationen beste Noten.

(Aus Zeitgründen zitiere ich nur kurz aus den genannten Veröffentlichungen und verweise auf die Originalquellen.)

Meldung des IQWiG:

Köln, 6. Mai 2010. „Relevant, objektiv und unabhängig”, so bewertet die WHO die vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Gesundheitsinformationen. „Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte“, sagte Kees de Joncheere, der Regionalbeauftragte für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa. „Diese Informationen sind auch eine Quelle für andere Länder auf der ganzen Welt – die Übersetzung in weitere Sprachen wäre ein echter Gewinn.” Die WHO verlinkt daher jetzt auf die IQWiG-Informationen.
(…)

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Hintergrundinformationen des IQWiG:

(…)
Die WHO bewertete auch die Methoden, auf die das Ressort Gesundheitsinformation zurückgreift, um seine evidenzbasierten Informationen zu erstellen.
(…)

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Artikel in “Pharmazeutische Zeitung online”:

(…)
Ein Gutachten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet die Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) positiv. «Unsere Überprüfung zeigt, dass es bei der Erstellung die beste verfügbare medizinische Evidenz nutzt», sagte Kees de Joncheere, einer der Gutachter und Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel im WHO-Regionalbüro für Europa, heute bei einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei entstünden «überzeugende, kompetente und neutrale» Gesundheitsinformationen.
(…)

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Artikel in “Deutsches Ärzteblatt Online”:

(…)
Köln – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Qualität der vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellten Patienteninformationen als „relevant, objektiv und unabhängig“ ausgezeichnet.

„Es wird immer deutlicher, dass eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich unabhängige Einrichtung bei der Bereitstellung objektiver und unverzerrter Patienteninformationen eine wichtige Rolle spielen kann und auch spielen sollte”, sagte Kees de Joncheere, WHO-Regionalbeauftragter für Gesundheitstechnologie und Arzneimittel.
(…)

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Herzlichen Glückwunsch auf die andere Rheinseite :-)



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Feb 26 2010

Interview mit Noch-IQWiG Chef Peter Sawicki

Die Frankfurter Rundschau hat ein längeres Interview mit Peter Sawicki geführt, was m.E. ganz interessant ist.

Gefunden hatte ich das über kuhrtgesagt.de, wo folgendes sehr prägnante Zitat übernommen worden war:

Natürlich beeinflusst die Pharmaindustrie die Politiker. Viele Abgeordnete erzählen mir: “Jeden Tag ist jemand von der Industrie bei mir, der sich über Sie beschwert.” Ich habe mich auch mal mit der Gesundheitsgruppe der CDU im Bundestag getroffen, um über Methoden der Kosten-Nutzenbewertung von Arzneimitteln zu sprechen. Wohl damit die Abgeordneten nicht zu einseitig von mir beeinflusst werden, haben sie dann Frau Yzer und ihre Mitarbeiter vom Verband der forschenden Arzneimittelhersteller dazugebeten. Das war ein sehr unangenehmes Gespräch.

Allen, denen es um die Rechte der Patienten und um deren bestmögliche Behandlung geht muss ein unabhängiges IQWiG eine Herzensangelegenheit sein. Sehr spannend ist nun also die Frage der Neubesetzung des Stuhles von Peter Sawicki. Seine Einschätzung dazu macht aber Hoffnung ;-)

Was raten Sie Ihrem Nachfolger?

Das Wesentliche ist Unabhängigkeit. Sobald man sich mit jemandem gemein macht und aufgrund dieses Einflusses die Empfehlungen verändert, ist das Institut am Ende.

Sehen Sie diese Gefahr nicht?

Natürlich. Aber alle Mitarbeiter des Instituts werden die Unabhängigkeit auch ohne mich verteidigen.

Das ganze Interview bei der Frankfurter Rundschau findet sich hier.



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Jan 08 2010

Widerstand gegen die drohende Ablösung von IQWiG Leiter Peter Sawicki, offener Brief an Philipp Rösler

Die rot-grüne Bundesregierung hatte ein Institut (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, siehe Wikipedia), geschaffen, das unabhängig von der Pharmaindustrie und der Regierung unter anderem Nutzenbewertungen für Medikamente durchführt. Das Institut wird mit hochqualifizierten Kräften aus dem In- und Ausland versorgt, stärkt die Evidenzbasierte Medizin (siehe Wikipedia) in Deutschland, macht wissenschaftlich hervorragende Arbeit, wird international sehr geschätzt, schafft Klarheit über wirksame und nicht wirksame Medikamente, spart so den Krankenkassen Geld und bringt Ärzten und Patienten Sicherheit im Behandlungsverlauf.

Mit dem Erscheinen des aktuellen Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP ist allerdings schon zu erkennen, dass der Wind dem IQWiG künftig frostiger ins Gesicht schlagen wird:

Kosten-Nutzen-Bewertungen müssen praktikabel nach klaren, eindeutigen Kriterien erfolgen. Die Arbeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) werden wir auch unter dem Gesichtspunkt stringenter, transparenter Verfahren überprüfen und damit die Akzeptanz von Entscheidungen für Patienten und Patienten, Leistungserbringer und Hersteller verbessern. Dabei werden wir die Betroffenen frühzeitig beteiligen.

Konkret wird aktuell laut über die Ablösung des streitbaren Institutsleiters debattiert und zwischen den Zeilen übermittelt, dass ein pharmafreundlicher Kandidat als Nachfolger gewünscht sei.

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Jan 06 2010

Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung geben Ratgeber “Arzt- und Klinikbewertungsportale – Qualitätsanforderungen für Arztbewertungsportale” heraus

Unter arztbewertungsportale.de hat das ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin) eine Checkliste für die Qualität von Arztbewertungsportalen veröffentlicht. Hinter dem ÄZQ stehen die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die auch als Herausgeber der Checkliste auftreten.

Grundsätzlich scheint es ja stark unterschiedliche Wahrnehmungen in der deutschen Ärzteschaft zu geben: Die einen erkennen Transparenz und Patient Empowerment im allgemeinen (und das Internet mit den Arzt Bewertungsportalen) als Chance, die anderen als Bedrohung und haben Angst vor einem “digitalen Pranger”. Letzteres mag nachvollziehbar sein, entspricht aber nicht der Realität.

Von uns (Internetagentur dimensional aus Köln) durchgeführte Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nur äußerst selten zu Ausreißern kommt, bei denen Ärzten schlechte Arbeit vorgeworfen wird. Ob dies jeweils der Realität entspricht, ist natürlich nicht nachprüfbar. Gleichwohl: Die meisten erhaltenen Bewertungen zeichnen ein überaus positives Bild. Dies kann ein Zeichen von guter Arbeit sein oder von einem internetaffinen Freundeskreis oder Team.

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Sep 29 2009

Relaunch: Weisse Liste veröffentlicht die 2008er Qualitätsberichte

Da wir* am Projekt mitwirken durften, will ich keine Lobeshymnen auf die “neue Weisse Liste” anstimmen. Stattdessen hier die Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung im originalen Wortlaut:


www.weisse-liste.de: Neueste Daten zur Qualität der deutschen Krankenhäuser

Krankenkassen setzen auf das Portal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen

Gütersloh/Berlin, 29. September 2009. Die Weisse Liste, das unabhängige und nicht-kommerzielle Internetportal, veröffentlicht ab heute die neuesten Informationen zum Leistungsangebot und zur Qualität der rund 2.000 Krankenhäuser in Deutschland. Das Portal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen greift dafür auf die gerade erschienenen Qualitätsberichte der Kliniken für das Jahr 2008 zurück. Um Patienten und Angehörige bei der Suche nach dem für sie passenden Krankenhaus zu unterstützen, werden die Berichte in der Weissen Liste leicht verständlich und nutzerfreundlich aufbereitet. Zudem bietet das Portal ab heute verschiedene neue Funktionen und Services, darunter eine individuell erstellbare PDF-Broschüre, die passgenau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist und alle wichtigen Informationen seiner Krankenhaussuche bündelt.

Übergeordnetes Ziel der Weissen Liste ist es, das Gesundheitssystem transparenter und verständlicher zu machen. Die Krankenhaussuche ist der erste Schritt, Informationen über weitere Gesundheitsanbieter sollen folgen. Das Portal ist seit Juni vergangenen Jahres unter www.weisse-liste.de online zugänglich und konnte seitdem schon 4,5 Millionen Besuche verzeichnen. Zudem haben alle gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, die Krankenhaussuche in ihren Internetauftritt einzubinden. Neben der BARMER, der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) und der KKH-Allianz veröffentlichen ab heute auch die AOK und die DRÄGER & HANSE BKK die Weisse Liste in ihrem Internetangebot. Die Kassen informieren insgesamt rund 34 Millionen Versicherte mithilfe des Portals.

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Jun 12 2009

Videokonferenz statt Arztbesuch? Web 2.0 meets Medicine…

Der Ruf nach technischen Lösungen zur Reduktion von Kosten ist häufig zu hören – und je nach Einzelfall macht das manchmal Sinn und manchmal nicht. Da bei dimensional und papaya Gesundheitswebsites und Gesundheitskommunikation zentrale Themen darstellen, wird hier natürlich oftmals erörtert, wo man mit welcher Technologie Kosteneinsparungen realisieren kann.

Häufig und schon seit Jahren diskutiert wurde dabei das Thema Videokonferenzen bzw., um es etwas mehr in Buzzwords zu fassen: e-Health mit Web 2.0. Der Ansatz ist technisch überschaubar, wenngleich in der deutschen Versorgungslandschaft sicher nicht allzu schnell zu implementieren:

Geld einsparen durch bessere Vernetzung der Akteure: Mit heutzutage mannigfaltig verfügbarer Communitytechnologie Orte schaffen, an denen sich die an einem konkreten Behandlungsfall beteiligten Personen miteinander abstimmen können. So können durch mangelnde Kommunikation entstehende Fehler oder doppelte Untersuchungen reduziert werden.

Geld einsparen durch Reduktion von Arztbesuchen: Mit gleichfalls problemlos verfügbarer Technik (Videokonferenz / Videochat, Chat etc.) könnten viele Arzt- und Krankenhausbesuche virtuell abgebildet werden. Weniger Aufenthalt in Wartezimmern und dort reduzierte Rate von Ansteckungen zwischen Patienten sind nur die ersten Punkte. Ergänzt man dieses Modell um die Integration weiterer Beteiligter (s.o., z.B. Physiotherapeut), so können interdisziplinäre Abstimmungen möglich werden, die bisher i.d. Regel allenfalls bei schwersten Fällen erfolgen. Nicht zuletzt würden die Ärzte und Krankenhäuser durch die geringere Besucherzahl organisatorisch entlastet.

Problematisch in beiden Fällen sind neben den Problemen einer flächendeckenden Einführung auch die Abrechnungsfragen zu beantworten: Eine Videokonferenz mit dem Patienten oder die Abstimmung mit den Kollegen aus den anderen Disziplinen kann und darf nicht ohne Abrechnungsmöglichkeit erfolgen, will man dem Ansatz überhaupt eine Chance einräumen.

Äußerst spannend ist hierzu ein aktuelles Projekt von den Asklepios Klinken und T-Systems, über das die Ärztezeitung gestern schrieb. Wenngleich hier als Vorteile vor allem die Einholung einer Zweitmeinung und die Zeitersparnis für den Patienten in den Vordergrund gestellt werden, so hat das Projekt für uns einen durchaus zukunftsweisenden Wert.

Sicher ist: Technik kann Zeit & Kosten sparen, wenn sie richtig eingesetzt wird. Bekommt man die Einstiegsbarrieren gelöst, so kann die digitale Begleitung der Behandlung gerade in ländlichen Regionen einen grossen Nutzen haben.



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Mai 29 2009

Roland Berger veröffentlicht Studie zum e-Health Markt

Roland Berger hat eine sehr interessante Studie zum e-Health Markt veröffentlicht. Aus Zeitgründen verzichte ich ausnahmsweise auf eine Neuformulierung und übernehme im Folgenden die Pressemitteilung des Beratungsunternehmens:

München, 28. Mai 2009

  • Gesundheitsmarkt trägt laut OECD etwa zehn Prozent zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei – in Deutschland steigt dieser Anteil bis 2020 auf rund 16 Prozent
  • Demografische Entwicklung bei gleichbleibenden Budgets zwingt zu mehr Effizienz
  • Markt für elektronische Gesundheitsdienstleistungen (e-Health-Produkte) bietet großes Potenzial für Telekommunikationsanbieter
  • Beispiele: Elektronische Netzwerke für Mediziner, Informationsangebote für Kunden, IT-Plattformen für Diagnose, Dokumentation und Abrechnung

Der Gesundheitsmarkt ist laut OECD mit einer Leistung von durchschnittlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ein zentraler Bestandteil der europäischen Volkswirtschaften – und wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung wächst der Bedarf weiter. Da gleichzeitig die Budgets stagnieren, ist die Branche zu mehr Effizienz gezwungen. Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) kann dabei helfen. Nach einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants birgt der Markt für elektronische Gesundheitsdienstleistungen (e-Health) gewaltiges Zukunftspotenzial für die Telekommunikationsbranche. Viele Unternehmen zögern allerdings noch mit Angeboten, weil der Markt komplex und heterogen ist und Unterschiede beim Entwicklungsstand und in der Finanzierung innerhalb Europas eine zügige Marktdurchdringung behindern. Eine klare Strategie, differenzierte Angebote für potenzielle Kunden und Finanziers, neue Mehrwertleistungen und ein rascher Markteintritt durch Kooperationen können helfen, diesen Markt zu erobern.

“Sowohl die Gesundheitssysteme als auch die Telekommunikationsmärkte in Europa stehen vor rasanten Veränderungen”, sagt Alexander Mogg, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom bei Roland Berger Strategy Consultants. “Um weiter erfolgreich wachsen zu können, halten die Telekommunikationsanbieter derzeit intensiv Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern.” Der Gesundheitssektor ist ein solches Wachstumsfeld: Er ist laut OECD mit einer Leistung von durchschnittlich zehn Prozent des BIP ein zentraler Bestandteil der europäischen Volkswirtschaften. “Wenn man auch die Selbstzahler mit einbezieht, sind es in Deutschland sogar über zwölf Prozent. Durch das steigende Gesundheitsinteresse, den technischen Fortschritt und die Alterung wird dieser Anteil bis 2020 nach unseren Berechnungen auf rund 16 Prozent steigen”, sagt Dr. Joachim Kartte, Leiter des Kompetenzzentrums Pharma & Healthcare bei Roland Berger. “Die Branche wird vermehrt Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) einsetzen müssen, um bei gleich bleibenden Budgets immer mehr alte Menschen versorgen zu können.” e-Health umfasst den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitssektor: Ziele sind dabei eine bessere Interaktion zwischen Patienten und Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen, eine rasche und vor allem sichere Übertragung von Daten sowie die effiziente Verarbeitung und Speicherung großer Datenmengen.

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Mai 28 2009

G-BA (gemeinsamer Bundesausschuß) Entschluß für AQUA bestätigt, BQS verliert Ausschreibung

Der G-BA (auch GBA) hat durch die letzte Stufe der Gesundheitsreform (GKV-WSG) auf Basis von § 137a SGB V (Umsetzung der Qualitätssicherung und Darstellung der Qualität) den Auftrag erhalten, ein Verfahren zur Messung und Darstellung der Versorgungsqualität für die Durchführung der einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln.

Es geht dabei u.a. um die ambulante wie stationäre Leistungserbringung, ambulante Operationen, ambulante Behandlungen im Krankenhaus und um die Disease Management Programme (DMP). Das Verfahren ist dabei sektorenübergreifend zu entwickeln.

Vom gemeinsamen Bundesausschuß wurde hierfür eine europaweite Ausschreibung gestartet, bei der das AQUA Institut den Zuschlag erhalten hat.

Während der Einspruchsfrist hatte dann der Mitbewerber BQS (Bundesgeschäftstelle Qualitätssicherung) vor der Vergabekammer des Bundeskartellamtes Bonn Einspruch eingelegt und einen Antrag auf Aufhebung der Vergabeentscheidung zur Qualitätssicherung der Versorgung im Gesundheitswesen nach § 137a SGB V (Qualitätsinstitut) gestellt.

Am 19 Mai hat die Vergabekammer diesen Einspruch nebst dem hiermit verbindenen Antrag aber negativ beantwortet und somit die Entscheidung des G-BA bestätigt.

Wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Dienstag in Siegburg mitteilte, beabsichtigt er so bald als möglich den Vertrag mit der „AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH“ zu unterzeichnen.

(Quelle: G-BA / Link zur Originalmeldung)



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Mai 19 2009

Barrierefreiheit mit Brief und Siegel: Weisse Liste von Web 4 all geprüft

Kürzlich hat die Initiative “Web for all” im Auftrage der Bertelsmann Stiftung eine Überprüfung der mit dem papaya CMS betriebenen Krankenhaussuche “Weisse Liste” hinsichtlich Barrierefreiheit (Accessability) durchgeführt. Seitdem trägt die Weisse Liste das Prüfsiegel der o.g. Organisation.

(An dieser Stelle herzlichen Dank an die Kollegen von Web 4 all für die stets produktive Zusammenarbeit!)

Ein Auszug des Prüfberichtes steht auf der Website von Web 4 all zur Verfügung, eine Informationseite auf der Weissen Liste findet sich hier.



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